Ersamus+ (de)

Erasmus+: Königsbrunner Lehrkräfte in Klaipeda (Litauen)

Wenn sich deutsche, türkische und litauische Lehrkräfte in Litauens Hafenstadt Klaipeda zum Austausch treffen, ist sicherlich Erasmus+, das Förderprogramm der Europäischen Union, im Spiel.

Es fördert unter anderem strategische Schulpartnerschaften und Projekte, die dem Austausch von best practice-Beispielen dienen.

Nach dem äußerst erfolgreichen Theaterprojekt Ganz Europa ist eine Bühne, das noch vom Vorgängerprogramm Comenius gefördert wurde, ist das Gymnasium Königsbrunn seit November 2016 nun bereits zum zweiten Mal koordinierende Schule für eine solche Schulpartnerschaft.

Gemeinsam mit den beiden Partnerschulen Klaipeda‘s Vydonas Gymnasium in Klaipeda (Litauen) und Haci Sabanci Anadolu Lisesi in Istanbul (Türkei) sollen in den nächsten beiden Jahren das Thema Berufsorientierung und die Frage, wie sich Jugendliche heute auf einen internationalen Arbeitsmarkt vorbereiten können, im Mittelpunkt stehen.

Die Teilnahme an einem internationalen Projekt in der Arbeitssprache Englisch ist dabei sicherlich genauso hilfreich wie die auf moderne Medien gestützte Zusammenarbeit über zwei Jahre und drei Länder hinweg.

Aber natürlich dient Erasmus+ auch dem direkten Austausch und fördert daher auch Reisen in die jeweiligen Partnerländer. Bei einem ersten vorbereitenden Projekttreffen trafen sich nun jeweils drei Lehrkräfte der teilnehmenden Schulen in Klaipeda, um den weiteren Projektverlauf zu koordinieren. Aus Königsbrunn nahmen die drei das Projekt betreuenden Lehrkräfte Ulrike Vögl, Nils Engel und Carmen Jung an diesem Treffen teil und trafen nach einem langwierigen Antragsverfahren zum ersten Mal persönlich ihre Projektpartner. Dieses erste Projekttreffen verlief für alle Seiten äußerst harmonisch, ideenreich und produktiv.

In den nächsten Monaten wird nun an allen drei Schulen weiter am Thema „Berufsorientierung“ gearbeitet, so dass im Herbst, wenn Lehrkräfte und Schüler aus Litauen und der Türkei nach Königsbrunn kommen werden, die Ergebnisse vorgestellt und weitergeführt werden können.

Foto 1 (Büro)

v.l.n.r: OStR Nils Engel (Gymnasium Königsbrunn), Kamil Melih Akay (Istanbul), Arvydas Girdzijauskas (Schulleiter Klaipeda), Abdurrahman Memis (Schulleiter Istanbul), StRin Ulrike Vögl (Gymnasium Königsbrunn), OStRin Carmen Jung (Gymnasium Königsbrunn), Fulya Urcan Colak (Istanbul), Vaiva Pabraziene (Klaipeda)

Foto 2 (Ostsee)

v.l.n.r.: OStR Nils Engel, StRin Ulrike Vögl, OStRin Carmen Jung (alle drei Gymnasium Königsbrunn), Vaiva Pabraziene (Klaipeda), Fulya Urcan Colak, Kamil Melih Akay, Abdurrahman Memis (alle drei Istanbul)

Erstes Schülertreffen in Königsbrunn (November 2017)

Sonntag, 19.11.2017

Montag, 20.11.2017



Dienstag, 21.11.2017


Mittwoch, 22.11.2017

Donnerstag, 23.11.2017

Freitag, 24.11.2017


Samstag, 25.11.2017

Sonntag, 26.11.2017

Montag, 27.11.2017

Ankunft der Projektpartner aus Istanbul und Klaipeda

Führung durch das Gymnasium Königsbrunn
erste Deutschstunde für die Gäste
Schnitzeljagd durch Königsbrunn
Bayerischer Abend in der Matrix

Workshop zum interkulturellen Lernen
Besuch des FCA und Treffen mit Jeffrey Gouweleeuw
Stadtführung in Augsburg

Besuch bei Audi in Neckarsulm mit Werksführung und Vorträgen

Workshop zur Bewerbung mit dem EUROPASS

Arbeit am Mini-Phrasebook
Abschlussgespräch
Abschlussessen

Ausflug nach München

Freizeit in den Gastfamilien

Abfahrt der Projektpartner

Und das sagen unsere Gäste:

Kypras, Schüler des Vydunas Gymnasium Klaipeda:

My experience in Erasmus+ project: Development of a job orientation program

When I first got the offer to participate in this project, I didn’t expect to go through anything remarkable. However, it turned out to be one of the greatest weeks in my life. It all started when I entered the bus to Germany knowing nothing about the place I was going to live, or people I was supposed to meet. Despite all the stress I had encountered, this 27-hour sleepless trip made it frustrating as it can be. Nonetheless, as soon as I stepped out of the bus and saw my exchange partner, I knew that it was undoubtedly worth to go through every frustration. Apropos, I couldn’t say that I was the only one who felt that way – whole Lithuanian group comprehended the awaiting greatness of the week. Shared interests, same hobbies or even similar worldview got us and German students so close, it seemed to us that we know each other for decades, thus making this bond between us strong enough to be called as a life-time connection. Concordantly, the week was filled with numerous activities from 6am to 12pm, which has made the project even more astonishing. Especially, as a big fan of Audi, I was stunned to acknowledge the way Audi centre works and all the cars are made. Also, I would like to give my biggest applause to teachers and exchange families, as they greeted us with heart-warming enthusiasm and made all of this possible.

All in all, it is really hard to shortly describe the experience I had throughout this project. Although the feeling that I had before leaving Germany says it all – it was like giving a child the most delicious candy in the world and then quickly taking it away.


Almira, Schülerin des Haci Sabanci Anadolu Lisesi:

Visiting Gymnasium Königsbrunn was genuinely an unforgettable experience for us.

Not only has it broadened our horizons, it also helped us develop our skills and taught us new things. We formed beautiful friendships and had a wonderful time during our stay. The hosts couldn't be more welcoming, and the atmosphere couldn't have been more positive.

Our favourite part of the project was hands down, visiting Audi. Learning about how the globally well-known brand came to be was honestly interesting, and being able to see how the cars are being produced up close was marvellous, and seeing the robotics in action was mesmerizing.

Overall, we would like to thank you truly for this exquisite experience. Thank you for having us, it's been a brilliant experience.

Best Regards,

The Turkish Team

Erasmus+ Projekt des Gymnasiums Königsbrunn zur Berufsorientierung

Mit einem Lehrertreffen in Istanbul im Januar ist das Projektteam des Gymnasiums Königsbrunn gemeinsam mit seinen Partnern aus Litauen und der Türkei in das Jahr 2018 gestartet.

Die strategische Schulpartnerschaft zwischen dem Gymnasium Königsbrunn, dem Vydunas Gymnasium in Klaipeda und dem Haci Sabanci Anadolu Lisesi mit dem Ziel, Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg in einen internationalen Arbeitsmarkt zu begleiten wurde hierbei vertieft. Nach einem ersten Lehrertreffen im März 2017 in Klaipeda und dem ersten Schülertreffen im November 2017 in Königsbrunn trafen sich im Januar die am Projekt beteiligten Lehrkräfte in Istanbul, um das weitere Vorgehen bei den beiden anstehenden Schülertreffen in Litauen und der Türkei zu konkretisieren und Details abzustimmen. Neben einem Besichtigungsprogramm und dem Leben in der Gastfamilie werden bei beiden Treffen wieder Workshops stattfinden zu Themen der Berufswahl auf nationaler und internationaler Ebene sowie zu interkulturellem Lernen. Wichtiger Bestandteil sind weiterhin Aktivitäten mit Partnerfirmen, die besonders gut Orientierung im Bereich Internationalität und Berufswahl sowie Anforderungen für diverse Berufsfelder geben können.

Ferner wird die Arbeit am Phrasebook für die drei Gastlandsprachen fortgesetzt werden. Englisch ist die Verkehrs- und Kommunikationssprache, aber jeder Schüler und jede Schülerin soll auch einen Einblick in die Sprachen der teilnehmenden Länder erhalten.

Ein weiterer Aspekt des Projekttreffens betraf die Frage, wie die Projektergebnisse veröffentlicht werden können, so dass sich auch andere interessierte Schulen Anregungen holen können. Man einigte sich darauf, dass dies mit einer eigenen Projekthomepage geschehen soll, die nun verfügbar ist.

Die Besprechungen fanden jeweils am Haci Sabanci Anadolu Lisesi statt, wo sich die gesamte Schulfamilie als äußerst herzlicher Gastgeber präsentierte, so dass sich die Gäste sehr willkommen fühlten. Am Nachmittag und am Abend konnte die verbleibende Zeit genutzt werden, um sich einen ersten Eindruck von der pulsierenden Metropole Istanbul zu verschaffen.

Das Treffen in Istanbul war so neben der gemeinsamen Arbeit geprägt von dem Gefühl, dass sich zwischen den Projektpartnern im letzten Jahr freundschaftliche Beziehungen entwickelt haben, so dass es alle Beteiligten kaum erwarten können, im März wieder für eine Woche zusammenzukommen – dieses Mal wieder in der litauischen Hafenstadt Klaipeda.

Entdeckung eines unbekannten Landes

Es gibt weiße Flecken auf den Karten Europas. Länder, von denen man nicht weiß, wer sie regiert und welche Sprachen dort gesprochen werden. Völker mit einer bedeutenden Geschichte, einer eigenen Mythologie und großen Plänen, deren Existenz unterschlagen wird. Nahe Nachbarn, auf ehemals deutschem Gebiet. So ergeht es den Deutschen mit Litauen. Die Medien in Deutschland versagen, wenn es darum geht, ein Bild oder wenigstens eine Ahnung vom aufstrebenden Litauen, zwischen West und Ost, zwischen Skandinavien und Russland eingespannt, zu vermitteln.

Um diesen weißen Fleck mit Landschaft, Gesichtern, Bräuchen, Eindrücken und Realität zu füllen, unternimmt man am besten eine Reise, vorzugsweise mit dem Flugzeug zum kleinen Flughafen der größten Stadt Litauens, der einst umkämpften Hauptstadt Vilnius, die mit einer alten Universität und historischen Monumenten umringt von den charakteristischen Plattenbauten aufwartet. Das Wetter hat man sich als etwas ungemütlich vorzustellen: Im Winter frieren große Ströme, ausgedehnte Seen und sogar das Meer dick zu, man trifft sich auf dem Eis und fischt, und im Frühling türmen sich die schmelzenden Schollen an den Flussufern. An der Küste lassen starke Winde die Bäume schräg wachsen, es kann Dauerregen und Hochnebel herrschen. Dann wieder strahlend blauer Himmel, wolkenlos, Temperaturen bis zu 30 Grad und unbebaute Sandstrände, die zu langen Spaziergängen und im Sommer zum Baden einladen. Die Infrastruktur scheint gut ausgebaut, die großen Autobahnen sind hervorragend, die kleineren Straßen trotz teils beeindruckender Schlaglöcher problemlos befahrbar und Busse bedienen äußerst günstig jedes kleine Dorf.

In Litauen leben wenige Menschen (Gesamtbevölkerung 2017: ‎2.849.000, dazu im Vergleich Einwohnerzahl Bayerns: 12.976.491), Tendenz sinkend (Bevölkerungsentwicklung 2016: -1,13%). 44 Seelen trifft man gemittelt auf einem Quadratkilometer an, in Bayern sind es 186. Es gibt drei größere Städte, von denen Vilnius, die Nummer 1, weiterhin Zuzug erfährt, während sich Klaipeda (Memel, auch der Name eines Flusses, aus der ersten Strophe des Deutschlandliedes bekannt: „Von der Maas bis an die Memel“) als drittgrößte Stadt mit seinen knapp 163.000 Einwohnern (Augsburg: 290.000) und so weit von der attraktiven Hauptstadt entfernt wie in Litauen nur überhaupt möglich, nicht übervorteilt fühlt.

Die Jugend Litauens wirkt idealistisch. Da zählt es noch etwas, sich die Haare grün zu färben oder interessante Klamotten zu tragen oder Piercings, sie fängt etwas mit sich an, musiziert, singt, tanzt, macht Kunst, spielt Theater und lernt und spricht besser Englisch als wir Deutschen. Ganz anders die ältere Bevölkerungsschicht: Unter dem strengen Regime der Sowjetunion aufgewachsen, die das Land bis 1990 besetzte, hat die Ideologie doch tiefe Spuren hinterlassen, nicht nur in den Ansichten und Vorurteilen der Menschen, sondern auch in der Art des Wohnens und der Erscheinung der Häuser und Städte. Jede Art von Behausung scheint im selben Farbton gestrichen zu sein, bräunlich-gelb, und die unrenovierten Wohnschluchten künden Städte an. Große Risse ziehen sich durch die Plattenbauten und die Häuschen auf dem Land versprühen einen sehr zeitversetzten Charme. Dazwischen finden sich elegante Neubauten, luxuriöse Villen und moderne Hochhäuser. Während sich die Jungen von diesem schweren Erbe emanzipieren, arbeiten und konsumieren, insistiert ein Teil ihrer Eltern und Großeltern auf der ehemaligen Wirtschaftsform: Jeder erhält seinen Lebensunterhalt, auch dann, wenn man nur wenig oder ohne Sorgfalt arbeitet.

Eins jedoch haben Jung und Alt gemeinsam: Sie haben noch nie ein Mädchen mit Kopftuch auf der Straße gesehen. Wohl im Fernsehen, und dann mit reichlich negativer Konnotation. Steigt dieses offensichtlich muslimische Mädchen in einen Bus, beginnt das Tuscheln und Mutmaßen; redet man Englisch, kann es passieren, dass sich ein älterer Mann beschwert und es verbieten will, weil er nichts versteht und man ja irgendetwas Böses sagen könnte. Beides geschah übrigens im selben Bus.

Trotz allem macht Litauen mit dem angeblich schnellsten Internet Europas, großen Supermärkten, Industrie, Häfen und einer stabilen politischen Lage einen modernen Eindruck. Als Tourist erlebt man eine warmherzige Gastfreundschaft, die Preise sind vergleichsweise niedrig und auch kulinarisch hat Litauen – entgegen der schlimmsten Befürchtungen – einiges zu bieten: verschiedene Varianten an köstlichem Käse, Cepelinai, eine Art Kartoffelkloß mit Fleischfüllung und Sahnesoße, eine kalte Rote-Beete-Suppe von erstaunlich pinker Farbe als ultimative Sommererfrischung, Sakotis, ein beeindruckendes Gebilde aus süßem Teig, das mit vielen spitzen Ästen an einen Tannenbaum erinnert, und unzählige weitere traditionelle Gerichte und Getränke.

Will man der doch etwas eintönigen Wald- und Wiesenlandschaft Litauens entgehen, so empfiehlt sich ein Aufenthalt an den schönen Küstenlandschaften der Ostsee. Pinienwälder, eine dramatische Steilküste, helle Sandstrände, Dünen, malerische Orte wie Palanga, Litauens Sommerhauptstadt oder, 25 km weiter, Klaipeda, Hafenstadt mit Fachwerkhäusern im alten Kern, locken Touristen an. Die Region ist berühmt für ihren Bernstein, der noch im 19. Jahrhundert in rauen Mengen an der Küste gefunden wurde, nun aber in Minen abgebaut werden muss und dennoch weiterhin in Litauen verarbeitet und als Wahrzeichen verkauft wird.

Landschaftlich besonders eindrucksvoll ist die Landzunge „Curonian Spit“ (zu Deutsch: Kurische Nehrung), die direkt vor Klaipeda beginnt und mit einer Länge von 98 km ein Reich der Schönheit und Erholung bietet. Da die südliche Hälfte zu Russland gehört und ohne ein Visum nicht betretbar ist, bleibt nur der litauische Teil zur Erkundung. Von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und mit Spitznamen wie „Perle des Baltikums“ wird nicht zu viel versprochen. Hohe Dünen erinnern an Wüstenlandschaften, die Parnidis-Düne bei Nida ist eine der größten Europas und wurde früher auch „ostpreußische Sahara“ genannt, heute dient sie als Filmkulisse. Erklimmt man diese, so fühlt man sich nicht nur wie in einem Western und erwartet, dass der Cowboy im nächsten Moment um die Ecke biegt, sondern man sieht auch zu beiden Seiten Meer, dazwischen liegen putzige kleine Dörfer mit roten und blauen Holzhäusern und auf einer Anhöhe nahe dem Fischerdorf Nida (deutsch: Nidden) steht unverhofft und unerwartet plötzlich das Sommerhaus des Schriftstellers Thomas Mann. Hier verbrachte der Autor mit seiner Familie drei Sommer – von 1930 bis 1932. Thomas Mann selbst erklärte die Entscheidung mit folgenden Worten: „Die phantastische Welt der Wanderdünen, die von Elchen bewohnten Kiefern- und Birkenwälder zwischen Haff und Ostsee, die wilde Großartigkeit des Strandes haben uns so ergriffen, dass wir beschlossen, an so entlegener Stelle einen festen Wohnsitz zu schaffen.“ (http://www.dw.com/de/thomas-mann-und-sein-sommerhaus-in-nidden/a-40272676)

Klaus Mann, der älteste Sohn von Thomas Mann, beschreibt in seinem Ende September 1931 im Berliner „Acht-Uhr-Abendblatt“ erschienenen Artikel „Nidden“: „Von meinem Zimmer aus sehe ich: einen Baum, etwas Schilf und das Haff. Das Haff, manchmal still-blau, ein südliches Meer. Manchmal unliebenswürdig grau gekräuselt. Manchmal fettbraun mit helleren gelben Streifen. Am Nachmittag sehe ich die Segelschiffe der Fischer zum Fang hinausfahren, eine wohlgeordnete, stattliche Flotte. Und ich weiß, dass die draußen liegen werden, die ganze Nacht. Etwas Festliches hat ihr Auszug: aber ich fürchte, dass sie gegen vier Uhr morgens zerstreut zurückkommen, und dann haben die Männer müde, fahle Gesichter. Von unserem Haus geht man 25 Minuten zum Meer auf sandigem Boden, durch Wald, in dem die Bäume schief stehen, so hart hat ein unermüdlicher Sturm ihnen zugesetzt. Es geht erst bergauf, dann bergab. Auf kurzer Wanderung hört man die Brandung rauschen, vor allem bei Seewind. Das sind die Tage, die wir am liebsten haben, dann sind die Wellen so hoch wie in Kampen auf Sylt - nur schmecken sie nicht so salzig, sondern ein wenig flau wie Gurgelwasser - das ist entschieden ein Nachteil. Ein Teil der Dünen ist angepflanzt, damit der Wind sie nicht wegträgt. Voll niedrigen stacheligen Grüns breiten sie sich vor unseren Augen endlos aus, und die gelblichen Sandwege durchziehen sie kreuz und quer; man verirrt sich. Aber am späten Nachmittag spazieren wir zu den eigentlichen Dünen, den gelb-sandigen, zum Tal des Schweigens, wo uns afrikanische Landschaft empfängt. Nirgends in Europa war ich je so weit fort von Europa." (https://www.welt.de/print/wams/reise/article13928530/Drei-Sommer-in-Nidden.html)

Litauen hat es wahrlich nicht verdient, als ein weißer Fleck auf einer Karte gesehen zu werden. Es ist stolz, auf sich und auf seine Unabhängigkeit, auf Errungenschaften und Herausforderungen, die gemeistert werden. Ein Vorbild für uns Deutsche?

Eine Stadt, zwei Kontinente, viele Brücken

Die Millionenmetropole ermöglicht uns Einblicke in die türkische Kultur. Durch das Erasmus+ Projekt Development of a Job Orientation Program hatten zahlreiche Schülerinnen und Schüler aus Deutschland und Litauen eine unvergessliche Woche in Istanbul. Dabei standen Berufsorientierung, das Knüpfen von Kontakten und Kulturaustauch im Mittelpunkt.

Nach dem Besuch unserer türkischen und litauschen Partner in Deutschland im November bereiteten wir uns auf den Gegenbesuch vor. Nach einigen Diskussionen erhielten wir letztendlich die Erlaubnis und begaben uns im April auf die Reise nach Istanbul, wo uns eine spannende Woche erwartete:

Sonntag, 22.04.2018

Voller Vorfreude und Aufregung kamen wir am Münchner Flughafen an, leider lief zunächst nicht alles nach Plan. Drei Stunden nach der geplanten Abflugzeit ging es dann endlich los und das Flugzeug konnte starten. Nach unserer Ankunft am Sabiha Gökcen Flughafen fuhren wir mit dem Bus nach Kadıköy, wo wir von unseren Austauschpartnern und Gasteltern freundlich in Empfang genommen wurden.

 

Montag, 23.04.2018

Gut erholt und motiviert starteten wir in den ersten Tag. Mit den unterschiedlichsten Verkehrsmitteln (Boot, Metro, Bus) kamen alle von ihren Gastfamilien auf zwei Kontinenten am Hacı Sabancı Anadolu Lisesi in Üsküdar auf der asiatischen Seite Istanbuls an. Nach einer Schulführung arbeiteten wir mit der Unterstützung von Lehrerinnen und Lehreren einer englischen Sprachschule weiter an unserem deutsch-englisch-litauisch-türkischen Phrasebook. In Gedanken waren wir aber schon ein wenig bei den türkischen Spezialitäten, die im Schulgarten für die Willkommensparty bereitstanden.

Mit einem herrlichen Blick auf den Bosporus, türkischen Volkstänzen und sehr leckerem Essen endete unser erster Schultag in Istanbul.

 

Dienstag, 24.04.2018

Am Dienstag erwartete uns eine Führung durch den wunderschönen Dolmabahce Palast, der alle sehr begeisterte. Anschließend wurden wir beim Sabancı Unternehmen mit Kaffee und Kuchen empfangen, bevor wir interessante Vorträge zu Entrepreneurship und diversen sozialen Projekten der Ashoka-Stiftung hörten.

 

Mittwoch, 25.04.2018

Nach dem erlebnisreichen Dienstag ging es am Mittwoch in der Schule mit der Arbeit am Phrasebook sowie der Gestaltung des Booklets für Schülerinnen und Schüler zur Berufsorientierung weiter. Nach getaner Arbeit erholten wir uns mit Simit und türkischem Tee auf einer Bosporus-Bootstour, wo wir bei strahlendem Sonnenschein ganz neue Perspektiven auf Istanbul geboten bekamen.

 

Donnerstag, 26.04.2018

Für den Besuch beim Pharma-Unternehmen Eczacıbaşı legten wir den langen Weg nach Gebze zurück. Vom Standortleiter sowie einer Human-Ressource-Verantwortlichen hörten wir sehr informationsreiche Vorträge über die Arbeit in einem großen Konzern, auf die ein Rundgang durch die Produktionsstätten folgte. Im Anschluss durften wir in der Firmenkantine zu Mittag essen. Statt Servietten fand man auf den Tischen übrigens die Baby-Feuchttücher, deren Produktion wir zuvor gesehen hatten, so dass wir die Produkte auch testen konnten.

 

Freitag, 27.04.2018

Ein letztes Mal arbeiteten wir gemeinsam mit unseren Partnern an Phrasebook und Job-Orientation-Program. Zusammen mit unseren Austauschpartnern schrieben wir Lebensläufe und Bewerbungen. Auf der Basis dieser Schriftstücke führten wir auf englisch Bewerbungsgespräche mit unseren Lehrkräften durch, wobei wir hilfreiches Feedback für Bewerbungen nicht nur im englischsprachigen Ausland erhielten. Zuletzt überreichten die türkischen Lehrkräfte uns die Zertifikate über die erfolgreiche Teilnahme an dieser Projektwoche und überraschten uns mit einem Kuchen, der mit den Flaggen der drei Partnerländer verziert war. Mit Saft und Kuchen nahmen wir also Abschied von der Schule.

 

Samstag, 28.04.2018

Ein anstrengender Tag erwartete uns, an dem wir auf der historischen Halbinsel die berühmte Sehenswürdigkeiten Istanbuls wie das Hagia-Sophia-Museum, die Blaue Moschee, den Topkapı-Palast und den Gewürzbasar besuchten.

 

Sonntag, 29.04.2018

An unserem letzten Tag hatten wir Zeit, uns von der arbeits- und erlebnisreichen Woche bei unseren Gastfamilien zu erholen.

Neben diesem „offiziellen“ Programm war diese Woche auch geprägt von unserem guten Kontakt untereinander und zahlreichen privaten Unternehmungen, z. B. Ausflügen zum Taksim-Platz, zum Leuchtturm von Üsküdar Kız Kulesi, und auf Büyükada, eine Insel im Marmarameer.

Wir sind alle dankbar für die Teilnahme an dieser Projektwoche und würden jederzeit wieder an einem Erasmus+ Projekt teilnehmen!

Elif Senel und Betül Arslanoglu

Erasmus+ (en)

Erasmus+: Teachers from Königsbrunn and Istanbul in Klaipeda (Lithuania)

Whenever German, Turkish and Lithuanian teachers meet in Lithuania’s port city of Klaipeda to discuss the cooperation of their schools, you can easily assume Erasmus+ (the European Union program for education, training, youth and sport) to be behind this.

Erasmus+ supports a variety of projects including strategic partnerships for schools and the sharing of best practices.

Our school, the Gymnasium Königsbrunn, previously successfully coordinated a theater project for European schools called Europe is a Stage (then funded by Comenius - the predecessor of Erasmus+). Today, we are once again honored with the responsibility of coordinating a program for school partnerships. This two-year-program was launched in November 2016.

Teaming up with our new partner schools, the Klaipeda‘s Vydonas Gymnasium in Klaipeda (Lithuania) and the Haci Sabanci Anadolu Lisesi in Istanbul (Turkey), we will jointly set our focus on job orientation for students and on how students can get prepared for the international job market. Participating at an international project while using English as working language certainly will help to achieve these goals. So will our professional cooperation across three countries over the next two years.

It goes without saying that Erasmus+ stands for a direct exchange of staff and students and thus funds and promotes travels to the respective partner countries.

Three teachers from each of the participating schools met this March (2017) in Klaipeda to prepare, outline and coordinate the ongoing project. From Königsbrunn, these were Ulrike Vögl, Nils Engel und Carmen Jung, who are the coordinators of the project and for the first time were able to personally meet their partners after enduring a long application process. From Istanbul: Abdurrahman Memis (principal), Kamil Melih Akay, and Fulya Urcan Colak – and from Klaipeda: Arvydas Girdzijauskas (principal) Vaiva Pabraziene, Ramune Vaiciene and Vaiva Dirzinauskyte.

This first project meeting went extremely well. It was full of harmony, ideas and productivity.

In the upcoming months, all three schools will keep working on the overall topic “job orientation.” This fall, teachers and students of our partner schools will convene in Königsbrunn and present the results. They will then be available for mutual use and further development as the project continues.