Das Königsbrunner Projekt

Schuljahr 2012/2013

Bereits im Juli 2012 trafen sich die Schulleiter aller Königsbrunner Schulen, um das im Jahr 2000 vom damaligen Rektor der jetzigen Mercator-Mittelschule, Walter Braunmiller, ins Leben gerufene „Königsbrunner Projekt“ wieder aufleben zu lassen. Zur Grundidee: das Königsbrunner Projekt setzt sich eine Zusammenarbeit aller Königsbrunner Schulen zum Ziel. Jedes Jahr sollen verschiedene Projekte durchgeführt werden, an denen die Schulen mit jährlich wechselnden Partnerschulen zusammenarbeiten. Im Lauf des Schuljahres gibt es mehrere Treffen von Kontaktlehrern aller Schulen, die sich über die Art und Weise der Projekte beraten. Diese Treffen finden rotierend an den unterschiedlichen Schulen statt, was von den Kontaktlehrern als sehr bereichernd empfunden wird.

Für das Schuljahr 2012/13 einigten sich die Schulleiter bereits auf zwei Projekte.

Zum einen sollte ein Projekt mit dem Schwerpunkt kreatives Gestalten in Kooperation mit dem Fach Kunst, zum anderen eines mit dem Schwerpunkt kreatives Schreiben im Mittelpunkt stehen. Die Ausführung oblag, wie oben erwähnt, den jeweiligen Kontaktlehrern der Schule. Am Gymnasium Königsbrunn betreuen Frau Grunick und Frau Vögl das Königsbrunner Projekt.

Unser Gymnasium hat in Zusammenarbeit mit der Grundschule Süd gleich sehr gute erste Erfahrungen gemacht. Gemeinsam wurde ein Teil der kreativen Kunstarbeiten erstellt, die Ende Februar 2013 zum Thema „Märchen“ im Rathaus ausgestellt wurden.

„Ganz märchenhaft, in blumigen Sätzen und gewandet in ein duftiges blaues, bodenlanges Spitzenkleid begrüßt denn auch Kultur- und Bildungsmanagerin Ursula Off-Melcher das überwiegend junge Publikum bei der Vernissage für die Schulen. Bereits am Vorabend hatte sie, gemeinsam mit Gisela Ehrentreich, Rektorin der Mercator Mittelschule und der Koordinatorin des Projekts, Schulleiter und Vertreter der Kommunalpolitik zu einer Vernissage geladen.“ (Augsburger Allgemeine, 02.03.2013)

Auch beim zweiten Projekt drehte sich alles um das Thema Märchen. Das Gymnasium Königsbrunn arbeitete wiederum mit der Grundschule Süd zusammen, wo in guter Zusammenarbeit sehr unterhaltsame und kreative Märchen entstanden. Die entstandenen Märchen aller Königsbrunner Partnerschulen wurden in einem Märchenbuch verewigt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Königsbrunner Projekt 2012/2013 ein großer Erfolg war. Die Zusammenarbeit mit allen anderen Königsbrunner Schulen hat großen Spaß gemacht.

Schuljahr 2013/2014

Auch in diesem Schuljahr waren sich alle Königsbrunner Schulen wieder einig, die äußerst kooperative Zusammenarbeit, die bereits im Vorjahr von allen Beteiligten als sehr erfolgreich und bereichernd empfunden wurde, weiterzuführen. Dieses Jahr wollte das Projekt auf Vorschlag von Frau Off-Melcher in der 1. Königsbrunner Jugendkulturwoche, die dann vom 10.3. bis zum 14.3.2014 stattfand, aktiv werden. So gab es viele verschiedene Veranstaltungen, an denen die Königsbrunner Schulen mit ihren Partnerschulen teilnehmen konnten. Unsere Schülerinnen und Schüler kamen gleich in den Genuss von mehreren Veranstaltungen. Zwei unserer 5. Klassen durften zusammen mit Schülerinnen und Schülern anderer Schulen an einem Hip-Hop-Tanzkurs teilnehmen, der an der Grundschule Nord stattfand, was den Kindern sehr gefallen hat.

 Poetryslam - mit diesem Begriff konnten viele Kinder aus der 7b nichts anfangen bis sie im Rahmen des Königsbrunner Projekt bzw. der Jugendkulturwoche an einem Workshop in der Stadtbücherei Königsbrunn zu eben diesem Thema teilnahmen. Der Poetryslamer Sebastian erklärte den SchülerInnen vom Gymnasium und der Mercator Mittelschule alles, was man wissen und können muss, um ein erfolgreicher Poet zu werden. Wirkliche alle SchülerInnen wurden in den Bann gezogen, so dass am Ende des Vormittags sehr gute literarische Texte entstanden. Der Höhepunkt des Poetry-Slams-Workshops folgte am Donnerstag. Alle Teilnehmer durften ihr Werk vor einem riesigen Publikum, bestehend aus allen 7. Klassen des Gymnasiums und SchülerInnen der Mittelschule, vortragen. Der Applaus war Ihnen sicher. Das Publikum, unter ihm die Leiterin der Stadtbücherei Königsbrunn Frau Melanie Sappl, war begeistert und bewunderte die jungen Poetinnen und Poeten für ihre Kreativität und für ihren Mut, vor so vielen Menschen auf die Bühne zu treten.

Zum Abschluss der Königsbrunner Jugendkulturwoche durften alle unsere 10. Klassen mit den 9. Klassen der Mercator-Mittelschule zunächst im Cineplex „Das Leben der Anderen“ ansehen. Das Thema des Films, nämlich die Überwachung der Bürger in der ehemaligen DDR durch die Stasi, berührte viele SchülerInnen sichtlich. Anschließend hatten die SchülerInnen Gelegenheit, in unserem Lichthof einen Vortrag des Zeitzeugens Herrn Felber anzuhören. Ein paar mutige Schüler setzten sich sogar mit Herrn Felber zu einer Podiumsdiskussion auf die Bühne und stellten ihm sehr interessante Fragen. Herr Bürgermeister Ludwig Fröhlich wollte sich zusammen mit Frau Off-Melcher diese Veranstaltung auf keinen Fall entgehen lassen und hörte sehr interessiert dem Vortrag zu.

Dieses Projekt stellt gleichzeitig einen äußerst gelungenen Abschluss der 1. Königsbrunner Jugendkulturwoche dar.

Wir bedanken uns herzlich bei unserer Schulleiterin Frau Focht-Schmidt und ihrem Vorgänger Herrn Liessel, die uns immer den nötigen Freiraum zur Durchführung der Kontaktlehrertreffen eingeräumt haben und uns stets unterstützt haben, außerdem bei Herrn Deuringer, der unseretwegen immer mal wieder Vertretungsstunden organisieren musste und nicht zuletzt bei der Rektorin der Mercator-Mittelschule Frau Ehrentreich, die das Königsbrunner Projekt wiederbelebt hat. Ganz wichtig für die Durchführung der Projekte war und ist außerdem die Leiterin des Kulturbüros der Stadt Königsbrunn, unsere Elternbeiratsvorsitzende Frau Off-Melcher! Ohne Sie, liebe Frau Off-Melcher, hätte das Ganze nie geklappt!

Wir sind uns sicher, dass dieses Projekt eine Bereicherung für die Stadt Königsbrunn darstellt und freuen uns auf die Weiterführung im nächsten Schuljahr.

Schuljahr 2015/2016

Auch in diesem Schuljahr freuen wir uns darüber, dass das „Königsbrunner Projekt“ wieder so erfolgreich verlaufen ist. Im Rahmen der Jugendkulturwoche 2015 erhielten die Kontaktlehrer Frau Vögl und Frau Grunick wieder unglaubliche Unterstützung vom Kulturbüro der Stadt Königsbrunn. Unser Dank gilt ganz besonders Frau Off-Melcher und ihrem Team. Ein Eindruck über die Erlebnisse in diesem Jahr vermittelt der unten stehende Artikel aus der Augsburger Allgemeinen Zeitung.

Schwung im Schulalltag

Tanz und Rap, Graffiti und Malen bringt Schultypen zusammen 

Von Andrea Collisi

Raus aus dem Schulalltag – rein in kreativen Workshops.

Das war bei den Jugendkulturwochen für viele Schüler aller Schulen in der Stadt möglich (wir berichteten). Das besondere bei diesem vom Königsbrunner Projekt, einer Plattform für alle Schulen in der Stadt, organisierten Projekt: Die Angebote werden immer für Schüler unterschiedlicher Schultypen organisiert. Ein Schwerpunkt war heuer der bei der Jugend beliebte Rap-Gesang.

Mit Stefan Beckenbauer hatte das Kulturbüro einen Workshopleiter engagiert, der sich mit Leib und Seele einbrachte. Schüler aus der Grundschule Süd und dem Fritz-Felsenstein Haus hatten mit ihm viel Spaß. Beckenbauer vermittelte dabei auch Wissen über die Grundstrukturen, die ein guter Rap braucht. Dabei erwartet er Disziplin. „Wo ist die Stecknadel?“ fragt er bei erhobener Hand und die Schüler folgen ihm. Der Sozialpädagoge fördert ein Gefühl für Rhythmus und Takt – und die Neugier an Sprache, an Reimen „Was sonst im Deutschunterricht verpönt ist, wird hier mit Freude und Eifer gesucht und gefunden“, staunt da Deutschlehrer Andreas Förg.

Das Ende des Workshops kommt viel zu früh

Beckenbauer bestärkt die Schüler, sich etwas zuzutrauen „ Am Anfang geht es um Ideen, nicht um gut oder schlecht“, so seine Botschaft. Am Ende wollen sie ihn nicht gehen lassen. „Wann machen wir das wieder?“, heißt es. 15 Stunden hat er insgesamt mit Schülern gearbeitet.

Ähnliches bei Tanja Kuschills Workshop mit Standardtänzen. Brunnenschüler und Zehntklässler vom Gymnasium üben in der Aula Discofox, Cha-cha-cha und Jive. Auch hier ist Spaß und Disziplin zu erleben, auch hier gibt es Lektionen für den Alltag: „Wie fordert man die Dame auf? Wie erwidert man die Anfrage? Freundlich, mit einem Lächeln!“, ist die gar nicht beiläufige Botschaft der Tanzlehrerin. Auch hier muss man Anweisungen beachten, die Schrittfolgen werden von Mal zu Mal komplizierter. Die Tanzpaare sind nach Möglichkeit gemischt. David Hertel und Christina Weiß aus der Brunnenschule sind bei der Sache. Die 17-jährige Brunnenschülerin genoss es offensichtlich, wie der charmante Gymnasiast sie bei den Drehungen schwungvoll führt. Als die Tanzstunde vorbei ist, fließen bei Christina gar die Tränen. Sie bedrängt Tanja Kuschill, es möge nächste Woche weitergehen. Ein bisschen Hoffnung kann ihr da Lehrkraft Dorothea Bräutigam machen. Nicht für die kommende Woche, aber aus dem Workshop könnte sich vielleicht ein längerfristiges Angebot an der Schule ergeben.

Quelle: http://www.augsburger-allgemeine.de/schwabmuenchen/Schwung-im-Schulalltag-id33364192.html